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Die Logistik im Handel 4.0 und ihre Herausforderungen

Logistik im Handel 4.0 Wohin führt die Reise?

Unsere Welt wird immer smarter, immer vernetzter und immer digitaler. Doch die unendlichen Weiten des Internets werden stets dann sehr endlich, wenn sie auf die Logistik unserer realen Welt treffen. So können zwar Nutzer beliebig viele Waren und Güter im Netz mit nur einem Fingerwischen bestellen, doch am Ende müssen die Lieferungen noch immer physisch vor der Türe erscheinen. Mit dem Erstarken des Handels 4.0 wird daher auch die Logistik immer wichtiger, was aktuelle Zahlen auf der Statistikplattform Statista.de belegen. Allein von 2015 bis 2018 nahm das Versandvolumen von Paketen und Päckchen um über 500 Millionen Stück zu. Das sind schon jetzt fast 20 Prozent Zuwachs in nur drei Jahren. Bis 2022 sollen nach Angaben von Statista.de noch einmal eine weitere Milliarde Sendungen hinzukommen.

Mehr Volumen, mehr Möglichkeiten – weniger Klarheit?

Doch wie soll das eigentlich funktionieren? Immerhin sind die Lagerflächen begrenzt, Mitarbeiter besitzen auch nur zwei Arme und die Paketboten arbeiten schon heute am absoluten Limit. Viele von ihnen dabei in prekären Arbeitssituationen. Immer größere Paketmengen menschenwürdig und zu bezahlbaren Preisen zu realisieren ist nicht nur die große Herausforderung von DHL und co, sondern auch von allen von mittelständischen Händlern. Denn, in Zeiten in denen gute Bewertungen und Weiterempfehlungen einen großen monetären Wert besitzen, können vor allem Unternehmen bei Problemen in der Logistik viel verlieren. Kundenvertrauen  und Kundenzufriedenheit. Aber auch bares Geld.

In der Logistik gibt es viele Kostentreiber. Besonders schlimm sind jedoch die, die keinen spürbaren Mehrwert mit sich bringen. Vor allem in den großen Logistik-Konzernen findet seit Jahren ein gewaltiger –und vor allem teurer - Prozess des Try and Error statt. Und das Spielfeld wird immer größer, seitdem auch Amazon selbst mit seiner Sparte Amazon Logistics mit eingestiegen ist. Für mittelständische Handelsunternehmen kann es da schnell kompliziert werden, noch das passende Modell für sich selbst zu finden. Wer sich mit Begriffen wie Dropshipping, Seamless Commerce oder Fullfillment im Detail befassen will, muss sich keine Sorge mehr machen ob ein einziges Paket das Lager verlässt. Dafür ist nämlich dann keine Zeit mehr.

Was können Händler tun?

Für Händler ist es also unabdingbar, die Fehlerquellen auszuschließen, die in ihrem eigenem Zuständigkeitsbereich liegen. Also zum Beispiel, dass in jedem Paket auch die richtigen Waren sind und die Pakete auch an den richtigen Empfänger gehen. Zudem muss klar sein, dass zum Beispiel Bestellungen über Amazon keine Werbeflyer beinhalten dürfen, Sendungen aus dem eigenen Shop jedoch auf jeden Fall. Die Intralogistik, also die betriebsinterne Logistik, wird immer wichtiger für den Handel 4.0. Und ohne eine intelligente Software, die Informationen bündelt und zielorientiert sowie nutzerfreundlich zur Verfügung stellt, geht im Lager heute gar nichts mehr.

Auch wird es immer wichtiger werden, dass Unternehmen aus den täglich anfallenden Datenmengen gewinnbringende Rückschlüsse ziehen. Vor allem die Analyse und Auswertung von Informationen hilft nicht nur bei der Reduzierung von Kosten, sondern gibt Händlern auch die Möglichkeit saisonale Entwicklungen abzuschätzen und sich darauf vorzubereiten. Auch hier hilft Software, die aus den im ERP so oder so anfallenden Daten Rückschlüsse zieht und diese aufbereitet. Schon heute ist diese Technik Realität im Alltag vieler Händler.

Robotik im Mittelstand? Ja! Aber…

Händler müssen ihre Prozesse also ständig hinterfragen, optimieren und weiterentwickeln. Doch natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, wie ein Lager den Ansprüchen unserer modernen Welt gerecht werden kann. Vor allem die Robotik hat hier in den vergangenen Jahren Einzug in viele Lager gehalten, sei es automatische Hochregallager oder aber Ware-zu-Person-Technologien. Auch 2019 werden die kleinen und großen Roboter weiter unsere Logistik verändern. Doch so toll automatisierte Lager auch sind, sie sind auch ein gewaltiges Investment, welches vor allem für Händler im Mittelstand ein großes Risiko bedeutet. Und nicht immer lassen sich Probleme damit lösen, dass man nur genug Geld auf sie wirft.

Robotik im Lager kann für Händler ein gewaltiger Gewinn sein. Doch um die Hochtechnologie nutzen zu können, müssen Prozesse, Systeme und Technologien auf sie ausgerichtet sein. Autonome Systeme sind keine Ergänzung, die nebenbei in bestehende Strukturen eingepflegt werden können. Vielmehr sind sie gewaltige Disruptoren, deren Einsatz gut geplant und organisiert werden will. Wer also im eigenem Handelsunternehmen Robotik zielführend einsetzen will, muss sich dieser Aufgabe verschreiben und im Optimalfall einen erfahrenen Partner mit ins Boot holen. Dann sind jedoch die Chancen und Möglichkeiten gewaltig.

Die Last Mile – eine Blackbox

Wie sich die Logistik im Bereich der Last-Mile verändern wird, ist ein spannendes Themenfeld. Vor allem hier ist alles im Wandel und im Fluss. Für den Mittelstand ist dies eine gute, aber auch eine schlechte Nachricht. Immerhin ist er Abhängig von funktionierenden Systemen der Frachtführer. Aber zumindest kann jeder Händler und jede Händlerin die eigenen Hausaufgaben machen und somit dazu beitragen, dass die Logistik nicht zum Nadelöhr des eigenen Handelns wird.

Veröffentlicht am: 18.02.2019
Von Wolfgang Holzhauser