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Steuerbescheinigungen bei eBay

Steuernachweis für eBay Was muss man beachten?

Deutschland geht seit diesem Jahr härter gegen Steuerhinterzieher vor. Aus diesem Grund müssen nun alle Händler, die auf auf eBay Handel treiben, bis zum 1. Oktober 2019 auf der Plattform eine sogenannte Umsatzsteuerbescheinigung nach §22f UStG vorlegen. Dieses Dokument kann direkt bei jedem zuständigen Finanzamt angefordert werden. Was muss man jetzt beachten?

Wer muss eine Bescheinigung vorlegen?

Betroffen sind alle Händler, die einen Sitz in Deutschland besitzen, Waren verkaufen, die in Deutschland gelagert sind sowie Waren an Deutsche Privatkunden verkaufen und dabei einen Gesamtumsatz über 100.000 Euro im Jahr überschreiten. Die Handelsplattform eBay selbst empfiehlt allen Unternehmen eine unabhängige Steuer- und Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen, um offene Fragen individuell zu klären.

Woher bekomme ich eine Bescheinigung?

Eine Umsatzsteuerbescheinigung bekommen Sie von Ihrem zuständigen Finanzamt, welches Sie in allen Steuerangelegenheiten betreut. Dort genügt ein Anruf, bei dem Sie die Steuernummer Ihres Unternehmens angeben. Im Verkäuferportal von eBay findet sich auch ein Blanko, welche zeigt, wie das richtige Dokument aussehen sollte. Der Marktplatz weist zudem darauf hin, dass die Angaben in Ihrem Verkäuferkonto mit den Angaben auf der Bescheinigung übereinstimmen müssen. Nutzerkonten können im Kommentarfeld des Dokuments angegeben werden.

Wie bearbeitet eBay die Bescheinigungen und wie lange dauert das?

Da es keinen Automatismus bei der Kontrolle der Bescheinigungen gibt, muss eBay alle Formulare händisch prüfen. Daher kann es zu langen Wartezeiten kommen. Der Marktplatz bittet daher alle Händler, die angeforderten Unterlagen schnellstmöglich einzureichen, damit die gegebenen Fristen auf jeden Fall eingehalten werden können. Schon heute beträgt die Bearbeitungszeit bei eBay gut zwei Wochen.

Was passiert, wenn ich keine Bescheinigung einreiche?

Alle Konten, die bis zum Stichtag am 1. Oktober 2019 keine gültige Bestätigung des Finanzamtes vorweisen können, werden laut Marktplatz gesperrt. Es ist ab diesem Punkt nicht mehr möglich über die Plattform Handel zu treiben.

Stellt mich eBay hier unter Generalverdacht?

Mit seinem Vorgehen erfüllt eBay eigentlich sogar mit großer Kulanz (Siehe nächsten Punkt) die Vorgaben der Politik. Bereits seit dem 1. Januar haftet der Marktplatz nämlich gegebenenfalls für nicht entrichtete Umsatzsteuern seiner Händler. Damit möchte der Staat vor allem gegen die schwarzen Schafe im Onlinehandel vorgehen und nimmt dafür die Portale in die Pflicht. Für den Löwenanteil aller Händler ist die nun geforderte Bescheinigung vom Finanzamt hauptsächlich ein organisatorischer Aufwand dar. Eine Gängelung der Händler seitens eBay ist nicht gegeben.

Wie gehen andere Marktplätze mit diesem Thema um?

Vor allem der Marktführer Amazon.de geht deutlich robuster mit seinen Marktplatz-Händlern um. So hat das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr Bescheinigungen vom Finanzamt eingesammelt. Eine Schonfrist wie bei eBay gibt es nicht. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat Amazon inzwischen begonnen Konten und auch Warenströme fraglicher Händler einzufrieren. Besonders betroffen davon sind Händler, die mit FBA arbeiten. Für Unternehmen mit einem Sitz außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums (EWR) gilt die Nachweispflicht zur erbrachten Umsatzsteuer bereits seit März dieses Jahres.

Veröffentlicht am: 14.06.2019
Von Wolfgang Holzhauser