Suche

Close

Kontakt

Hallo

Die Digitalisierung im mittelständischen Handel - und nun?

Digitalisierung - was bedeutet das?

Die industrielle Revolution zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat unsere Welt nachhaltig verändert. Aus einer vor allem agrarisch geformten Gesellschaft wurde in nur einer Lebenszeit eine hochindustrialisierte und technisierte Bevölkerung. Menschen, die früher auf dem Feld arbeiteten, zog es in die Fabriken und in die Städte. Ganz neue und extrem schnell entstehende Lebenssituationen erforderten ein gewaltiges Umdenken und viele Entbehrungen und Kämpfe. Schlussendlich brachte die industrielle Revolution den Menschen aber Wohlstand, Zukunft und die Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie gilt als eine der größten Errungenschaften und als Grundlage unserer aufgeklärten und fortschrittlichen Welt. Und auch heute stehen wir wieder vor einer gewaltigen Revolution, welche unseren Alltag und unser Leben nachhaltig verändern und prägen wird.

Das Internet wächst jede Sekunde rasend schnell

Experten sprechen bei dieser Veränderung von der Industriellen Revolution 4.0 und meinen damit die Digitalisierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Alltag. Es ist bereits heute selbstverständlich, Produkte und Dienstleistungen mit einem Fingerwisch über das Handy zu bestellen und unsere Kommunikation basiert auf Nachrichten, E-Mails und Bildern. Von überall auf der Welt können wir auf die nahezu unendlichen Weiten des Internets zugreifen. Und jeden Tag kommen Milliarden von neuen Inhalten, Möglichkeiten und auch Risiken dazu. Allein in einer Minute wächst das Internet in einem kaum vorstellbaren Tempo, wie die Webseite betfy.co.uk zeigt. So setzt Amazon mehr als 200.000 US Dollar um und das soziale Netzwerk Facebook sammelt mehr als 4,5 Millionen Likes ein. Das Internet wächst so schnell, dass niemand in einer Lebenszeit auch nur einen Bruchteil von ihm konsumieren kann.

Die Digitalisierung ist jedoch mehr als nur die Anbindung von Menschen und Maschinen in das weltweite Netz. Vielmehr ist sie eine Chance das Leben von uns allen einfacher und komfortabler zu gestalten. Dafür braucht es jedoch nicht nur zukunftsweisende Technik, sondern vor allem einen Paradigmenwechsel im Umgang mit diesen modernen Technologien. Eine neue Zeit braucht eben auch einen neuen Denkansatz. So ist ein Toaster, der über das Internet of Things, kurz IoT, mit dem Kühlschrank sprechen kann, ein nettes Spielzeug. Für unseren Lebensalltag bringt er jedoch keinen wahren Mehrwert. Jedoch könnte ein vernetzter Kühlschrank für einen Diabetiker ein Lebensretter sein, da er erkennt, dass sein Vorrat an Insulin erschöpft ist. Und ein vernetztes und intelligentes Auto kann per APP hupen, gleichzeitig für seine auf einer dunklen Landstraße verunglückten Besitzer ebenso den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Der Nutzen der Digitalisierung hängt davon ab, wie wir die uns gegebene Technologien nutzen.

Eine der klarsten und wichtigsten Regeln für gelungene Digitalisierung ist, dass der Mensch stets im Mittelpunkt allen Denkens steht. Zuerst klingt diese Aussage selbstverständlich, doch im Software-Bereich gibt es heute noch viele Technologien, die Anwender zu einem Umdenken zwingen. Gerade im Handel beim Umgang mit den komplexen ERP-Systemen, müssen sich User den Regeln der ihnen gegebenen Programme unterwerfen. Jeder Arbeitsschritt muss mühsam erlernt und geübt werden und erst nach einer langen Zeit können Anwender wirklich sicher mit entsprechenden Systemen arbeiten. Verlassen sie anschließend ihre Unternehmen, nehmen sie das so wertvoll erarbeitete Wissen mit. Für Händler und Firmen entsteht so ein großer Schaden, welcher im schlimmsten Fall in schlechten Rezensionen und einbrechenden Verkaufszahlen münden kann. Auch hier kann die Digitalisierung das Leben aller Beteiligten verbessern. Indem der richtige und sinnige Einsatz moderner Technologien Brücken baut und durch nutzerzentriertes Denken Technologie zum Menschen bringt und nicht den Menschen zur Technologie.

Ohne den Mittelstand geht es nicht

Um die Digitalisierung sinnvoll zu gestalten, braucht es vor allem aber eines: die Mitwirkung aller Multiplikatoren. Gerade in Deutschland ist der Motor der Wirtschaft der Mittelstand. Doch gerade für ihn bedeutet die Digitalisierung ein deutlich größeres Risiko, da meist ein großes Investment mit dem Sprung in die Zukunft verbunden ist. Aus diesem Grund fordern der Branchenverband Bitkom e.V. und 4SELLERS in einem aktuellen Forderungspapier zur Europawahl 2019 mehr Anreize für mittelständische Unternehmen, um an der Zeitenwende teilzunehmen. In Punkt 2.3.3 heißt es dort:
„Mittelständische Unternehmen sehen sich hohen finanziellen Investitionen gegenüber, die als Haupthindernis für die Digitalisierung begriffen werden müssen. Die Europäische Union muss anerkennen, dass die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, einen kritischen Bestandteil der gesamten digitalen Infrastruktur bildet. Daher muss sich die EU für Investitionsanreize für den Mittelstand einsetzen.“

Noch wissen wir nicht, wie die Digitalisierung unsere Welt endgültig formen wird. Doch schon heute sehen wir die Aufgaben und die Chancen, die sich für den Handel und unsere Wirtschaft ergeben. Nun ist es Zeit, aktiv zu werden und die Zukunft zu gestalten.
Sind Sie dabei?

Veröffentlicht am: 23.01.2019
Von Wolfgang Holzhauser